Koh Phangan – all asia’d out?

Nach meinen bewusstseinserweiternden Maßnahmen verbringe ich noch einige Tage alleine auf der Insel. Ich stelle mit Erschrecken fest, dass ich in einer Woche ausfliegen muss, da mein Visa endet. Die Welt steht mir offen und ich kann mich nicht entscheiden, wohin ich reisen soll. Natürlich würden andere jetzt einwerfen, dass es da noch Myanmar, Kambodscha, Laos und Vietnam in nächster Nähe gibt. Ja, richtig. Nach 4 Monaten in Südostasien fühle ich mich zum aktuellen Zeitpunkt nur einfach nicht von diesen Ländern angezogen und denke eher an einen Asien-Break. Ich merke, wie sich allmählich Widerstand gegen das ständige wechseln des Ortes einstellt. Ich möchte gerne wieder mein eigenes Bett haben und nicht alle paar Tage woanders schlafen und mit allen möglichen Leuten mein Zimmer teilen. Ich möchte die Dinge, die ich für den Tag brauche aus einem Kleiderschrank herausnehmen und nicht aus einem Rucksack herauswühlen. Ich möchte mal wieder Kinderschokolade essen und den Kaffee nur ein Zimmer weit weg haben. Und das ist im Augenblick nur in Nürnberg möglich! Home sweet home. Prinzipiell könnte ich auch hier eine Base schaffen… aber ich wollte ja reisen. Solange ich einen Zufluchtsort habe, sprich eine Wohnung und was sinnvolles zu tun, kann ich eigentlich an (fast) jedem Ort der Welt glücklich sein. Es gibt nur gewisse Wohlfühlkomponenten, ohne die dauerhaft nichts geht…

Keins der benachbarten Länder löst wirkliches Herzklopfen in mir aus. (Auch wenn die vermutlich alle ihre eigene Schönheit haben) Ich habe nicht das Bedürfnis mir Laos, Kambodscha oder Myanmar anzuschauen. Ich fühle mich nicht mehr aufnahmefähig für eine weitere asiatische Kultur – All Asia’d Out! ABER: Diese Lände sind eben sehr günstig zu bereisen. Spontane Flüge auf andere Kontinente sind stressig und zu teuer. Es würde ein erneutes Stelldichein bedeuten. Man weiß nach 4 Monaten wie der Hase hier läuft. Ich fange an, eine Route für meine letzten 6 Wochen zu planen.

Ich möchte gerne malen und hab das dringende Bedürfnis irgendeine Wand vollzuklecksen. Meine letzte künstlerische Arbeit ist nun fast 1 Monat her und ich bin allmählich auf Entzug.

Jedenfalls miete ich mir einen Scooter und erkunde die Insel auf eigene Faust. Nachdem ich jetzt einige Tage mehr als gute Gesellschaft hatte, stört es mich diesmal nicht, alleine auf einer Insel zu sein. Ich finde ein verlassenes baufälliges Gebäude, das wohl mal ein Hotel werden sollte. Das Gebäude sieht an einigen Ecken aus, als wäre es niemals wirklich fertig gestellt worden. An anderen Enden wirkt es so, als wäre hier früher schon ein Hotel drin gewesen. An ganz anderen Stellen finde ich zerbrochene Ziegel und Steinplatten vor, als hätte ein Erdbeben oder ähnliches gewütet. Hier drin verstecken sich einige künstlerische Perlen. Es waren bereits ein paar Graffitisprayer am Werk. Ich fühle mich inspiriert und erinnere mich, dass ich bei meiner Ankunft auf der Insel einen Farbenladen gesehen habe. Ich organisiere alles was ich brauche und plane für den nächsten Tag mein Piece. Das Sightseeing hat sich hiermit für die restliche Zeit auf der Insel erledigt Sightseeing off...Mission gefunden 🙂

Papaya Salad

Streetart

…gibt’s auch hier.

<3