Kuala Lumpur – Kälteschlaf, Lebensgefahr und ganz viel Gott

Petronas Twin Towers

„Kälteschlaf“ im Kapselhostel

Es geht weiter mit dem Bus nach KL – Kuala Lumpur. Hier logge ich mich erstmal 3 Nächte im Space-Ship Hostel „SIM Hostel Bukit Bintang“ im „Szene“ Stadtteil Bukit Bintag direkt hinter einer von KL’s Mega Malls ein. Das Hostel habe ich mir im Internet vorab gebucht. Ich fand die Idee sehr originell, die Schlafkapsel auf Spaceshipoptik zu trimmen und wollte das unbedingt live sehen! Lieber Jörg Walther, ich hab sofort an dich gedacht! Und rate mal wie es leuchtet – blau! 😉

Von aussen erscheint es zwar beklemmend, aber wenn man nicht größer ist als ich, hat man genug Platz da drin. Die Tür bleibt trotzdem immer eine handbreit geöffnet beim schlafen. Unter Klaustrophobie sollte man nicht gerade leiden, wenn man sich für solch eine Unterkunft entscheidet. Die Nächte sind hier auf jeden Fall bequem, ruhig und man hat sogar eine eigene Klimaanlage in seiner Raumkapsel.

Unterwegs in KL

Bei meiner Ankunft in KL bin ich – wie immer – kurzfristig erschlagen. Allmählich finde ich jedoch Gefallen am malayischen Stadtgewusel und dem irren Kulturmix, der auch hier vorzufinden ist. Trotz dichtem Verkehr kann man alle Attraktionen per Fußweg erreichen. Als Alternative gibt es zahlreiche Möglichkeiten des öffentlichen Nahverkehrs. KL hat ein gut ausgebautes U-Bahn-, Bus- und Monorailnetz.

Der Verkehr in KL ist ein Thema für sich. Die Stadt ist leider verstopft und übersät mit Baustellen. Mit dem Bus von A nach B zu fahren, ist nicht empfehlenswert, da es in den meisten Fällen länger als zu Fuß dauert. Der Verkehr steht mehr als dass er rollt. Als Fußgänger begibt man sich teilweise in Lebensgefahr. Bürgersteige sind hier bekannt, aber offensichtlich hat man sich mit dem eigentlichen Zweck davon noch nicht beschäftigt. Sie sind zugemüllt, löchrig, halb weggerissen und teilweise auch einfach nicht vorhanden. Die Fußgängerampeln haben ein willkürliches Schaltintervall und sind oft einfach nicht in Betrieb. So werden diese auch von den Locals ignoriert und jeder läuft kreuz und quer über dicht befahrene teilweise 4-spurige Straßen. Es ist normal als Autofahrer bei Rot über die Ampel zu fahren. Erwischt man glücklicherweise doch mal ein grünes Ampelintervall als Fußgänger, so kann es gut möglich sein, dass das man mitten auf der Straße von einem Auto überrascht wird – ich verstehe es nicht! Ein klarer Fall für „andere Länder andere Sitten“. Man sollte auf jeden Fall sehr wachsam sein. Eine grüne Ampel ist keine Garantie um sicher auf der anderen Straßenseite anzukommen. Das beste ist, einfach den Locals hinterherzurennen.

Monorail in Bukit Bintang

Chinese Market

Street Food

Chinatown

KL Sentral Distrikt – Little India, Brickfields

…heißt zwar Little India, aber auch hier reiht sich Budda-Tempel an Hindu-Tempel und Hindu-Tempel an Kirche. Durch sämtliche Bezirke ziehen sich Wolkenkratzer und zahlreiche Mega-Shopping Malls, in denen man verloren geht.

Sam Kow Tong Temple

Mit dem Tempel verbinde ich ein besonderes Erlebnis. Eigentlich war ich auf dem Weg zu den Batu-Caves und wollte in KL-Sentral lediglich umsteigen. Spontan hab ich mich umentschieden und bin in diesem Bezirk geblieben. Hat wohl unser lieber Gott mal wieder so gedreht, denn der Tag war eine Aneinanderreihung verschiedenster Begegnungen, die mich nachhaltig beschäftigen.

Zunächst lädt mich ein älterer chinesischer Mann höchstpersönlich in den zu jenem Zeitpunkt für Touristen geschlossenen Tempel ein, als er meine Fotografierversuche durchs geschlossene Gitter bemerkt. Als ich den Tempel betrete, sitzen lediglich ein paar Locals an profanen Plastiktischen in einer Art Sitzecke und trinken Tee. Er spricht sehr gut englisch und erklärt mir einige Gebets- und Fragerituale. Der Tempelname heißt übersetzt „Hall of three teachings“ und bedeutet in der chinesischen Philosophie eine Fusion von Konfuzianismus, Buddhismus und Taoismus. Rings um den Altar sind Orangen, Schokolade und andere süße Opfergaben bereitgestellt. Mentos für Budda! Man kann sich hier auch einem Frageritual unterziehen und die Götter um eine Antwort bitten. Klare Frage, klare Antwort. Nach dem Stellen meiner Fragen, die der Mann für die Götter übersetzt, muss man einen zweiteiligen Stein auf den Boden schmeissen und je nach Kombination heißt das dann ja, nein oder 50/50. Ich bekomme dreimal 50/50 als Antwort…

Sam Kow Kong Temple

Budda mag Mentos

Hindutempel Shiri Sivaan Aalayam

In Gedanken noch mit den nichtvorhandenden Antworten der Götter beschäftigt, laufe ich fast ein bisschen ferngesteuert zum Hindutempel Shiri Shivaan Aalayam. Zunächst indentifiziere ich den Tempel gar nicht als Tempel weil er sehr klein und fast unscheinbar ist. Auf die Worte „Nice Tattoo“, die mir von wildfremden Menschen den ganzen Tag über zugerufen werden, zeige ich mittlerweile nur noch selten eine Reaktion (weil ich es einfach nimmer hören kann). Ich nehme den Mann, der am Shiva-Schrein steht zwar wahr, laufe jedoch reaktionslos weiter. Plötzlich bleibe ich stehen und drehe mich um. Er starrt mich an und ich starre ihn an. Irgendwas hat mich nochmal zurückgezogen. Ich komme mit dem Mann ins Gespräch und er erzählt mir, dass er sich um den Tempel kümmert und lädt mich am Abend zu einem Event ein. Da ich am Abend schon andere Pläne habe, klappt es erst am nächsten Tag zum Frühstück. Rawri bringt mir sogar ein kleines Souvenir von KL mit. Er ist 53 Jahre alt, ist indischer Abstammung, hat eine sehr ruhige Ausstrahlung und ist sehr interessiert an Deutschland, dem Lebensstil dort und wie mein Weg mich hierher geführt hat. Wir reden hauptsächlich über Gott, Glaube und das Universum. Ich bin fasziniert, wie er mit Gebet und Glaube durchs Leben geht. Für jenen Tag und jene Situation in der ich mich befand, war er genau der richtige Mensch zur richtigen Zeit und hat bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Innerhalb eines Treffens hat er mich ausserdem in meinem persönlichen Gebets- und Glaubensleben extrem bereichert. Ich nehme ihn auf, in meine „Family in the World“.

Rosary Church

Als nächstes kam die Rosary Church entlang meines Weges… hier wollte ich einfach mal einen Blick reinwerfen, hab mich dann spontan entschieden mich ein wenig hinzusetzen und die bisherigen Ereignisse des Tages zu verarbeiten. Es kamen immer mehr Menschen und eine halbe Stunde später startete ein Gottesdienst in einer randvollen christlichen Kirche mitten in Kuala Lumpur. Ich hab mir die Predigt angehört. Auch das war genau das richtige für jenen Tag. 😊 Gott wirkt überall!

Rosary Church

Nach meinem Kirchbesuch hatte ich auf meinem Heimweg quer durch KL noch 2 weitere Begegnungen. Alles in allem lag an jenem Tag während dieser Gebetshaus-Sightseeing-Tour ein besonderer Spirit in der Luft. Alles lief ein bisschen wie ferngesteuert ab und jeder Mensch und jeder Ort hatte seinen Sinn – und alles nur weil ich nicht den nächsten Zug genommen habe 😉

KL bleibt mir in ganz besonderer Erinnerung und es ist nicht ausgeschlossen, dass ich hier nochmal zurückkommen werde.

Weitere Sehenwürdigkeiten in KL

 

Sri Kandaswamy Kovil

Bahnhof

Bahnhof

National Mosque

National Mosque – Eingang Gebetshalle

National Mosque

Mosaik

Sultan Moschee KL

Little India Brickfields

Interaktive Klaviertreppe

Shopping Mall Wahnsinn Ausblick 5. Stock

Batu Caves

Leider sind die berühmten Kalksteinhöhlen 15 km ausserhalb des Zentrums gerade Baustelle…

Hi there!