Wall Mural „Impressions of Melaka“

Jeg, Hostelboss

Malakka-Hostel-Painting geht in die zweite Runde! Eigentlich war ich schon auf Weiterreise eingestellt, als der Hostelbesitzer von meiner ersten Unterkunft in Malakka per Whatsapp anfragt, ob ich auf Workaway-Basis Interesse habe, ein Wall Mural für ihn zu erstellen. Da ich keinen Zeitdruck habe, höre ich mir seine Vorstellung an und besichtige die zur Verfügung stehende Wand. Er möchte gerne einen Blick auf die Flusspromenade haben und für Malakka charakteristische Gebäude bzw. die verschiedenen Kulturen dargestellt haben. Meine eigenen Eindrücke dürfen auch gerne mit einfließen. Ich arbeite einen Tag lang einen Entwurf aus, recherchiere und versuche malayische (die Dame auf der Hauswand in malayischer Tracht), chinesische (der Tempel und Lampion), hinduistische (der Pfau), christliche (Melaka Christ Church) und islamische (der Mond) Merkmale der Kultur/Stadt entlang dem Fluß mit den signifikanten Häusern im Kolonialstil darzustellen. Der „Kunde“ hat eine klare Vorstellung, was er haben möchte. Die Wand erscheint mir riesig, doch mit dem abnicken meines Entwurfes ist die Sache klar und ich willige ein. Aufgabe, Herausforderung, hurra! Ich ziehe nach 11 Tagen wieder um ins River View Guest House und bekomme ein eigenes Zimmer und die Kosten für die Farbe werden übernommen.

Sprühfarben-Struggle Nr. 2

Ich habe immernoch keinen Shop mit ordentlichen Graffitifarben ausfindig gemacht und kaufe die ausm Baumarkt. Am ersten Tag übertrage ich das Scribble mit dem „längsten Lineal der Welt“ – einer Holzlatte, die hier glücklicherweise noch rumlag. Am zweiten Tag gehts endlich mit der Farbe los. Schon beim ersten Sprühen bemerke ich, dass auch diese Sprühdosen nicht das Gelbe vom Ei sind. Die Farbe läuft direkt an der Wand runter und deckt nicht-Struggle bahnt sich an.

Gott sei dank ein passendes Lineal gefunden

Basics

Einige Dosen sind besser als die anderen, obwohl es die gleiche Marke ist. Möglicherweise liegt es auch an der hohen Luftfeuchtigkeit – ich weiß es nicht. Ich kann damit zumindest mal die Basis schaffen. Am zweiten Tag hole ich weitere Wandfarben zum Pinseln – scheint mir die bessere Lösung zu sein, dauert natürlich auch deutlich länger. Die Geister die ich rief….

Das eigentliche Ausmaß meines Scribbles wird mir jeden Tag aufs neue bewusst. Ich arbeite im Durchschnitt 6-7 Stunden pro Tag am Wandbild und es scheint kein Ende zu nehmen. Unterwegs kommen mir erste Zweifel, ob diese 5 x 2,20 m Wand nicht vielleicht doch ne Nummer zu groß für mich und meine Skills ist. Aber gut, solche Gedanken haben jetzt gerade keinen Platz in meinem kreativen Prozess und am Ende wird ja doch alles gut gell. Ausserdem: Man wächst mit seinen Aufgaben. Ursprünglich hatte ich 4 Tage eingeplant, nach 6 Tagen pinseln und sprühen ist es dann vollbracht: Impressions of Melaka.

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Ich wäre dann reif für eine Hausfassade – nein, Spaß beiseite. Ich werde hier keine Farbdosen mehr anrühren, es sei den es steht Montana drauf. Meine nächsten Ziele habe ich nach Verfügbarkeit dieser Dosen festgelegt, ansonsten wird gepinselt. In Kuala Lumpur oder Penang sollte ich auf jeden Fall keine Farbprobleme haben. Hier in Malaysia gibt es eine große Nachfrage speziell in Hostels und Cafés. Es werden immer Leute gesucht, die gerne mal ein Wandmural gestalten möchten und werden teilweise auch dafür bezahlt. Also ist Malaysia für mich der „Place to be“ um meine Skills weiterzuentwickeln und mich ordentlich auszutoben – weiße Wände im Überfluss.

Bevor weiter gepinselt wird, geht es jetzt erstmal zum Wandern in den Regenwald. Ein bisschen Natur ist angesagt.