Sprühfarbe, Kohle-Eiscreme und Überflutung auf der Dachterasse – Stuck in Melaka

So Leute, ich bin immernoch in Malakka! Mittlerweile ist es meine 7. Nacht hier. Ich hab im Internet oft gelesen, dass es ein Ort ist, an dem man gerne mal hängenbleibt. Anfangs konnte ich mir das überhaupt nicht vorstellen, doch jetzt hat es mich selbst erwischt.

Nach vier Tagen bin ich in ein anderes Hostel gezogen, in welchem mir der Besitzer angeboten hat, eine Wand zu gestalten. Hier gefällt es mir trotz „Kapsel-Bett“ sehr gut! Hier sind einige Voluntiere, man freundet sich an und „richtet“ sich ein wenn man nicht nach zwei Tagen wieder abzischt. Es gefällt mir, länger an einem Ort zu bleiben und sowas wie ein „Social Life“ zu haben bzw. aufzubauen. Natürlich findet man überall Leute egal ob Einheimische oder andere Backpacker. Man lernt sich kennen, man tauscht sich aus, reist einen Tag später weiter und fängt bei der nächsten Person wieder von vorne an. Man teilt schöne Momente, dann muss man auch schon weg. Manchmal möchte ich durchaus längere Zeit mit einer Person verbringen, doch jeder hat seinen Weg, seine Route, seine gebuchten Flüge und Busse etc. Für mich ein kleiner Wermutstropfen beim Reisen.

Essen ist bei längeren Reisen natürlich auch ein Thema. Hier weiß ich mittlerweile, wo ich meinen Reis ohne alles herkriege, das gekochtete und nicht gebratene Hühnchen, wo der Früchtemarkt ist. Die Küche bietet einen Mix aus Chinese-Thai-Indian-Food, das zwar sehr lecker schmeckt aber oft frittiert oder sehr soßenlastig ist…auch wenn man sich hier im Gym und der ganzen Lauferei viel bewegt und ordentlich Kalorien verbrennt, möchte man es dennoch nicht jeden Tag essen und sehnt sich auch mal nach seinem stupiden Reis mit gekochtem Hühnchen oder einfach etwas frischem, nicht gekochten. Früchte gibt es hier nicht an jeder Ecke. Hier kann ich mich mal für ne zeitlang neu fokussieren und das mit der herbeigesehnten Aufgabe hat ja auch auf Knopfdruck funktionert.

Jedenfalls habe ich jetzt mein Mural auf der Dachterasse fertiggestellt und auch schon eine neue Anfrage bekommen. Manche Wünsche und Sehnsüchte bekommt man sofort erfüllt. Der Hostelbesitzer von Hostel 1 – Jeg – möchte gerne auf Workaway-Basis eine Bemalung für seine Unterkunft haben. Workaway bedeutet, dass ich umsonst wohnen kann während der Zeit, in der ich das Bild anfertige. So kann ich bei den ohnehin schon geringen Kosten nochmal eine ganze Menge sparen. Der „Special-Price“, den ich vom Hostelbesitzer  2 -Howard – bekommen habe, beläuft sich auf ganze 20 € für 6 Nächte inklusive Frühstück und Sprayfarbe. Schlägt also kaum zu Buche. Also arm werd ich in Malaysia auf jeden Fall nicht 😀

Ich freue mich ein „Projekt“ zu haben. Ich bespreche alles mit dem Besitzer, mache Entwürfe, organisiere die Farben und dann kanns auch schon losgehen. Gefällt mir 🙂

Trotzdem muss ich aufpassen, dass ich jetzt nicht komplett hier hängen bleibe. Ich habe mir jetzt ein Ultimatum von max. einer Woche gesetzt. Ich bin wieder ready für die Weiterreise.

Howard, der Hostelbesitzer ist happy

Mehr Paintings auf meinem Blog

Sprühfarbe ist nicht gleich Sprühfarbe

Die bekannten Streetart-Gemälde in Melakka sind meistens gemalt und nicht gesprayt. Es gibt hier keinen Farbenladen a la Schizo wo man säuberlich geordnet das komplette Montana-Farbspektrum präsentiert bekommt. Es gibt kleinere Farbshop und einen Baumarkt in der Shopping-Mall, der eine kleine Auswahl an gewöhnlicher Sprühfarbe für Autos verkauft mit einer Cap-Größe und fertig. Der Verkäufer hat noch nie was von Skinny oder Fat Cap gehört. Ich habe durch Fragen noch einen Bastel-/Schreibwarenladen ausfindig gemacht, der im allerhintersten Eck in einem eingestaubten Schrank noch ein paar Dosen stehen hatte. Das würde man ohne Fragen niemals finden. Die Dosen arbeiten hier auch mit einem ganz anderen Druck als ich es gewöhnt bin, man könnte sagen, sie sprühen „ausser Rand und Band“ – Präzisionskontrolle Fehlanzeige… aber so ist das eben…andere Länder, andere Sprühdosen.

 

Jonker Night Market

Eines der Highlights in Malakka ist definitiv der Jonker Night Food Market. Pünktlich zum Wochenende füllt sich die Jonker Street mit Ständen und Besuchern. Neben völlig verrückten Speisen bzw. einer ganz neuen Zubereitsart normaler Lebensmittel wie Eier und Würstchen, erreicht der Kitsch-Verkauf hier einen weiteren Höhepunkt.

Hat mich ein bisschen an Maultaschen erinnert….

Eier mit Würstchen

Mango- und Avocadoshakes sind auf dem Nightmarket der Renner

Würstchen

 

Muscheln

Tintenfisch

Meeresfrüchte im Bambusrohr

In Tee gekochtes Ei

Fried Ice-Cream

Kohle-Eis

Kitschorgie

Niedliche Handarbeit

Tanzformation vor der Karaoke-Bühne auf der Jonker Street

 

Regen in Malakka

An jenem Abend hat es auf jeden Fall nur einmal geregnet. Die Schauer in Malakka dauern nicht nur heftige 10 Minuten sondern im Durchschnitt 1-2 Stunden.